Global Nuclear Disarmament Fund

 

GNDF International

 

 

San Francisco Chronicle, Sonntag, 1. Juli 2005

San Francisco Chronicle

SAN FRANCISCO Mönche und Friedensaktivisten machen durch Wanderung auf Schrecken des Kriegs aufmerksam

An diesem Wochenende ist der Beginn des nuklearen Zeitalters sechzig Jahre her.

Auf einem streng geheimen Testgelände nahe Trinity Site, New Mexico, zündeten Wissenschaftler zum ersten Mal eine Atombombe – und bereiteten so den Weg für zwei weitere Atombomben, die einen Monat später gegen Ende des 2. Weltkriegs auf Japan geworfen wurden.

Am Samstag begann eine Gruppe Zen-Mönche zusammen mit einigen Friedensaktivisten einen 2 500 Kilometer langen Marsch von San Francisco zum Trinity-Testgelände in New Mexico, um die Welt an das Grauen des Atomkriegs zu erinnern und um zu erreichen, dass Atomwaffen nie wieder zum Einsatz kommen.

Einige der Mönche reisten per Schiff auf der Nippon Maru aus Japan an; sie brachten eine Laterne mit, in der eine berühmte in Japan entzündete Friedensflamme brannte. Die Flamme selbst wurde aus der Asche Hiroshimas entzündet, nachdem im August 1945 eine Atombombe auf die Stadt geworfen worden war.

Kerrie Ann Garlick, 34 Jahre alt und Friedensaktivistin aus Melbourne, Australien, sagte, dass sie eine von etwa zwei Dutzend Leuten sei, die an der gesamten Wanderung teilnehmen würden. Sie sagte auch, das Hunderte weiterer Freiwilliger die Gruppe über kurze Distanzen begleiten würden. „Wir werden uns immer erinnern“, sagte sie. „Deshalb sind wir hier.“

Die 25 Tage dauernde Wanderung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich viele Friedensaktivisten besonders im Mittleren Osten auf konventionelle Kriegsführung und Gewalt konzentriert haben. Seit dem Ende des Kalten Krieges fürchten auch die meisten Amerikaner die Möglichkeit des Terrorismus mehr als die eines Atomkriegs.

Doch bei einem Treffen am Samstag in der Nähe von Pier 39 versuchten einige Aktivisten, die Aufmerksamkeit wieder zurück auf die Möglichkeit eines nuklearen Kriegs zu lenken.

„Es ist fünf vor zwölf. Die Gefahr ist groß“, sagte Bruce Blair, Kernwaffenspezialist im Center for Defense Information, einer gemeinnützigen Forschungsorganisation in Washington DC. Blair war Launch Officer im interkontinentalen Atomraketenprogramm für Minuteman-Raketen in den 1970ern.

Auch der Actionfilmheld Steven Seagal hielt eine kurze Rede. Er versprach kürzlich, 100 000 $ für die Abrüstung einer Atomrakete in Russland zu spenden und sagte, dass jeder sein Möglichstes tun müsste, um Atomwaffen zu stoppen.

„Wir alle müssen die Verantwortung hierfür übernehmen, denn wenn irgendetwas schiefgeht, werden wir alle darunter leiden“, sagte Seagal.

Takashi Tanemori, 67 Jahre, aus Lafayette, hielt eine emotionale Rede darüber, wie er persönlich als Kind in Hiroshima von der Detonation betroffen war.

Tanemori erzählte, dass er durch die Denonation seine Eltern verloren habe, zwei seiner Großeltern und zwei seiner Schwestern. Er erzählte, wie die linke Seite seines Körpers so schlimm verbrannt war, dass die Entwicklungshelfer bereits einen Sarg zur Einäscherung für ihn gebaut hatten, da sie nicht mehr daran glaubten, dass er überleben würde.

Obwohl Tanemori bereits mit 18 Jahren in die Vereinigten Staaten gezogen war – anfangs pflückte er Trauben im Kalifornischen Längstal – berichtete er, dass es ihn noch Jahrzehnte gekostet hätte, bevor er seiner neuen Heimat die Bombardierung verzeihen konnte. Er erzählte, dass ihm schließlich sein Vater im Traum begegnet sei und ihn gewarnt hätte, das aus Rache nur wieder Rache hervorgehen würde.

Die ist nicht das erste Mal, dass Friedensaktivisten die Flamme von Japan nach New Mexico getragen haben.

Bereits vor drei Jahren trug die Hiroshima Flame Interfaith Pilgrimage Group die Flamme nach Los Alamos, wo Wissenschaftler als Teil des Manhattan-Projekts die erste Atomwaffe entwickelt hatten.

Am Sonntag werden die Mönche zunächst den SBC Park erreichen und dann weiter nach Palo Alto wandern.

Die Stanford Memorial Church wird um 8 Uhr an diesem Morgen einen Gottesdienst für die Mönche halten, bevor diese weiter nach San Jose wandern, wo um 19 Uhr ein Treffen in Japan Town geplant ist.

Weitere Informationen zu der Wanderung finden Sie auf www.gndfund.org.

E-Mails an Todd Wallack senden Sie bitte an diese Adresse: twallack@sfchronicle.com.

Seite A – 26
Copyright 2005 SF Chronicle

San Francisco Chronicle / SFGate.com

Global Nuclear Disarmament Fund
One Market Street, Spear Tower Building Suite 3600. San Francisco CA, 94105. USA

Copyright(C) 2008 Global Nuclear Disarmament Fund. Alle Rechte vorbehalten.

Global Nuclear Disarmament Fund English Japanese Chinese French Spanish Korean German Russian Arabic